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Historie der Haller Umgehung -
Lange Faustpfand für die A33

Halle Westfalen. 31. Oktober 2014. Vor 39 Jahren, im Juni 1975, bildeten genervte Anlieger der B68 in der Haller Innenstadt eine Bürgerinitiative, forderten mit mehr als 900 Unterschriften eine Entlastung. Zwei Jahre später lag ein neuer Generalverkehrsplan für Halle auf dem Tisch des Stadtrats. Dieser empfahl als Umgehungslösung den vorgezogenen Bau der A33 auf Haller Gebiet sowie den Anschluss an die B68 in Künsebeck und an die L782 in Bokel. Die Diskussion um die Haller Umgehung blieb ein Jahrzehnt eng mit dem Schicksal der A33-Planung unter wechselnden Mehrheiten in Bonn, Düsseldorf und Halle verknüpft.

1980 verstärkte die Meldung, mit dem Bau der A33 könne kurzfristig nicht gerechnet werden, den Druck: Der Rat gab den Auftrag zur Entwicklung von drei Trassenvarianten für eine Umgehung. 1984 sprach sich der Rat erstmalig gegen den Bau der A33 aus. Und beschließt im September 1985 den Bau einer Umgehungsstraße. SPD-Verkehrsminister Zöpel - Gegner der A33 - bietet den Hallern 60 Mio. Mark für die Finanzierung der Umgehung an. 1987 fallen jedoch alle Plantrassen bei einer Einwohnerversammlung durch; die Interessengemeinschaft Künsebecker Bürger fordert die Rückkehr zur A33-Trasse.

Doch die rotgrüne Mehrheit im Haller Rat hält am Baubeschluss für die Variante I bis zum März 1989 fest, schwenkt dann um auf die Trasse C8 - den Ausbau der Dürkoppstraße als Verbindung zwischen B68 und Flurstraße. Aber auch hiergegen läuft die SPD-Hochburg Künsebeck Sturm und die damals noch junge UWG sorgt nach langer Überzeugungs­arbeit durch die CDU für ein Kippen der Mehrheiten im Haller Rat - im Juni 1989 wird die Umgehung auf Eis gelegt. Vor allem, um zu verhindern, dass ein A33-Lückenschluss nachfolgend als nicht mehr nötig erachtet werden könnte.

Neu in Gang kam die Diskussion um die Umgehung erst wieder 2005, in Vorbereitung eines neuen Verkehrsentwicklungsplans für die Lindenstadt, der die Auswirkungen eines Autobahnbaus auf das bestehende Straßen­netz beschreiben sollte. Der forderte auch den Autobahnzubringer Schnatweg, womit sich die Möglichkeit ergab, an dessen südlichem Ende eine Entlastungsstraße anzusetzen. 2008 startete die Planung, die Baureife war 2012 erreicht. Am 29. April 2013 begann - trotz seinerzeit akuter Unsicherheit über den Fortgang des A33-Lückenschlusses - der fünf Mio. Euro teure Bau. Elf Monate später, am 30. Mai 2014, war die Straße fertig. Die volle Verkehrsfreigabe erfolgte am 31. Oktober 2014.