Ravenna Park

Teilstück der Entlastungsstraße wird freigegeben

Verkehr rollt ab Freitag durch den Ravenna Park

Umleitung für die ab Montag gesperrte Tatenhausener Straße

HalleWestfalen. 8. April 2013. Freitagabend rollt der erste Verkehr auf der neuen Straße Ravenna Park im gleichnamigen Künsebecker Gewerbegebiet: Das Teilstück zwischen dem neuen Kreisel wird zusammen mit der Kreisheide (K30) freigegeben für alle, die Richtung Gütersloh fahren wollen oder die aus Richtung Gütersloh nach Künsebeck kommen. Der Grund: Ab Montag kommender Woche soll die Tatenhausener Straße wegen der A33-Brückenbau­arbeiten für mehrere Monate gesperrt werden.

Verkehr rollt ab Freitag
Geben das erste Stück der neuen Straße Ravenna Park ab Freitag für den Verkehr frei: (von links) Halles Bauamtschef Jürgen Keil, Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann und Tiefbauamtsleiter Eckhard Hoffmann.

Mit dem Rad oder zu Fuß haben schon Hunderte Haller die neue Straße Ravenna Park erkundet. In zwei Schwüngen führt sie von dem neuen Kreisel Tatenhausener Straße/Künse­becker Weg/Flurstraße Richtung Südosten auf die spätere Anschlussstelle Künsebeck der A 33 zu, wo sie ein weiterer Kreisel mit dem Schnatweg verbinden wird. Das südöstliche Stück der neuen Straße bleibt vorerst für den öffentlichen Verkehr gesperrt, dort haben nur Baufahrzeuge freie Fahrt. Während die Tief- und Straßenbauer ihre letzten Arbeiten verrichten, wird auf den Baugrundstücken den Firmen Weber und Hymmen bereits der Oberboden abgeschoben. In ihrer ganzen Länge unter Verkehr genommen werden kann die Straße Ravenna Park frühestens im Oktober, wenn mit dem Schnatweg die Verbindung zur B68 hergestellt ist.

Was Profis wie Eckhard Hoffmann, Leiter der Abteilung Tiefbau im Fachbereich Planen-Bauen-Wohnen des Haller Rathauses, wenig wundert, erstaunt den Laien: In nicht einmal einem Jahr hat die Papenburger Tiefbaufirma Bunte eine zweispurige Straße und einen Radweg durch die Wiesen südlich von Künsebeck gezogen, Brücken, Abzweige und Kreisel ausgebaut. „Der Baustandard entspricht dem einer Landstraße, denn über diese Straße soll künftig ein Großteil des Verkehrs rollen, der jetzt noch mitten durch die Stadt fließt“, so Hoffmann. Die Neubaustrecke erschließt nicht nur das Gewerbegebiet, sie soll im Zusammenspiel mit der Tatenhausener Straße und der Westumgehung vor allem die Künsebecker Wohngebiete und die Haller Innenstadt vom durchfahrenden Verkehr auf der B68 entlasten bis die A33 fertig ist.

Die nächsten Nachbarn des neuen interkommunalen Industrie- und Gewerbegebiets der Städte Gütersloh, Halle und Werther, wie zum Beispiel die Bewohner der Delbrügge-Siedlung, sehen auf der rund 200 Meter entfernten Straße bestenfalls die Aufbauten der Lkws vorbeifahren. Vom Lärm der Reifen und Motoren werden sie nicht viel mitbekommen. Dafür sorgen Lärmschutzwälle auf der ganzen Länge der Straße. Gebaut wird derzeit noch an den Durchlässen für Radfahrer und Fußgänger. Versetze Wände garantieren, dass die Menschen passieren können, der Straßenlärm aber außen vor bleibt.

Der Teileröffnung vorausgegangen sind eine rund 25 Jahre andauernde Diskussion um die Entlastungsstraße und eine mehr als achtjährige Planungsphase. Die lange Vorlaufzeit für das mit Abstand größte städtische Straßenbauprojekt des Jahrzehnts hat viele Gründe: Zuerst galt es, die richtige Trasse zu finden, dann in einem aufwändigen Bauleitverfahren die Baurechte und eine Landesförderung zu sichern. Bis zum Ende der Bauphase werden rund 62.000 Quadratmeter Fläche überbaut und rund 60.000 Kubikmeter Boden bewegt sein. 2.400 Meter Straße und 2.410 Meter Radwege sind fast fertig, dazu 1.700 Meter Wirtschaftswege und eine insgesamt knapp 2.700 Meter lange Schmutzwasserkanalisation.