Ravenna Park

Industriedienstleister vieler Technologiebranchen

Eriks plant 40 Mio. Euro-Investition im Ravenna Park

Deutschland-Zentrale bietet auf Sicht 300 Arbeitsplätze

HalleWestfalen. 28. Februar 2014. Geschäfte sind immer dann besonders gut, wenn sie beide Seiten glücklich machen: Hermann Maier, Deutschlandchef der Unternehmensgruppe Eriks, zeigte sich gestern begeistert vom Kauf "eines Sahnestücks" im Ravenna Park; Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann freut sich mit ihren Kolleginnen Maria Unger (Gütersloh) und Marion Weike (Werther) auf einen neue, bislang wenig bekannte Größe der deutschen Wirtschaft auf Haller Boden. Gestern stellte das Unternehmen sich und seine Pläne für einen Neubau im interkommunalen Gewerbegebiet der Städte Gütersloh, Halle und Werther vor.

Eriks ist ein international tätiger Industriedienstleister für Technikkomponenten, die im Maschinenbau wie auch im Anlagenbetrieb zum Einsatz kommen. Das Sortiment umfasst dabei mehr als 680.000 Bauteile aus den Bereichen Dichtungs- und Schlauchtechnik, Hydraulik und Pneumatik, Antriebs- und Verbindungstechnik sowie Armaturen- und Kunststofftechnik. 80 Töchter beliefern in 30 Ländern rund 200.000 Kunden, 8.000 Mitarbeiter erwirtschaften zuletzt einen Jahresumsatz von 1,8 Mrd. Euro.

Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann und Eriks-Deutschlandchef Hermann Maier
Halles Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann freut sich mit Eriks-Deutschlandchef Hermann Maier. Der will rund 40 Mio. Euro in die neue Zentrale investieren und auf Dauer 300 Arbeitsplätze in Halle sichern.

Die Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Alkmaar (Niederlande) hat jetzt entschieden, ihre neue Deutschlandzentrale im westfälischen Ravenna Park zu bauen. Wie Hermann Maier, Geschäftsführer der deutschen Holding und Vorstandsmitglied der Gruppe, gestern berichtete, wird Eriks in den kommenden Jahren rund 40 Mio. Euro am Teuto-Südhang investieren wollen. Erworben wurde dafür das mit 74.000 Quadratmetern zweitgrößte Grundstück im Ravenna Park. Darauf soll ab 2015 für rund 20 Mio. Euro gebaut, weitere 20 Mio. Euro sollen in neue Technik für IT und Logistik investiert werden. "Wir beginnen jetzt mit der Detailplanung", sagte Maier.

Eriks-Projektmanager Uwe Weitzel und Ravenna Park-Entwickler Jürgen Keil
Eriks-Projektmanager Uwe Weitzel (links) und Ravenna Park-Entwickler Jürgen Keil zeigen die Lage des siebeneinhalb Fußballfelder großen Grundstücks im interkommunalen Gewerbe- und Industriegebiet, auf dem Eriks ab 2015 direkt an der A 33 bauen wird.

Bauen will das Familienunternehmen architektonisch anspruchsvoll und vor allem nachhaltig: "Bei uns steht der bewusste Umgang mit den natürlichen Ressourcen ganz obenan", sagt Maier. Das bedeute für die Planung, dass man auf innovative Lösungen für eine maximale Energieeffizienz setze. Für zum Beispiel eine gemeinsame Energiezentrale oder gute ÖPNV-Verbindungen für die Mitarbeiter werde man auch das Gespräch mit denen suchen, die in unmittelbarer Nachbarschaft ihre Neubauten planen. Hierfür hat Ravenna Park-Projektleiter Jürgen Keil bereits zu einem Kennenlerntermin in der nächsten Woche eingeladen.

2015 soll bei Eriks der erste Bauabschnitt errichtet werden, ab Anfang 2016 der Probebetrieb beginnen. Nachfolgend soll der neue Standort Künsebeck nach und nach Logistik- und Distributionsaufgaben von vielen anderen der 16 deutschen Regionalcenter und der sechs angeschlossenen herstellenden Unternehmen übernehmen. Deshalb seien auch zwei weitere Ausbaustufen geplant. Mittelfristig werden für Eriks in Künsebeck rund 300 Menschen arbeiten, davon rund eine Hälfte in den Bereichen Lagerei und Versand, die andere in Vertrieb, Anwendungsentwicklung und Produktmanagement sowie in der Verwaltung.

Eriks Deutschland ist seit 1971 im kleinen Gewerbegebiet Brönninghausen in Bielefeld-Heepen ansässig, betreibt dort eines von 16 deutschen Regionalcentern. Die deutsche Holding hat ihre Büros seit 2007 in der Bielefelder City. Sie klammert die 27 deutschen Standorte und bilanzierte 2012 einen Jahresumsatz von rund 230 Mio. Euro. "Wir hatten ein sehr starkes Wachstum in den letzten Jahren und werden uns mit dem Umzug nach Halle noch einmal deutlich besser aufstellen können", freut sich Maier.

 

Das Portrait: Eriks Holding Deutschland GmbH

Die niederländische Eriks nv (8.000 Mitarbeiter, 1.8 Mrd. Euro Umsatz) besteht aus 80 Gruppengesellschaften auf vier Kontinenten, beliefert in 30 Ländern rund 200.000 Kunden. Das Sortiment des 1949 gegründeten technischen Handelshauses umfasst dabei mehr als 680.000 Bauteile aus den Bereichen Dichtungs- und Schlauchtechnik, Hydraulik und Pneumatik, Antriebs- und Verbindungstechnik sowie Armaturen- und Kunststofftechnik. Hinzu kommen Werkzeuge und andere Betriebsmittel für viele Produktions- und Wartungsaufgaben. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen hat sich Eriks als Zulieferer vieler Branchen einen Namen gemacht. Hierzu zählen der Maschinenbau, die Transportindustrie, die Energiewirtschaft, die Hersteller chemischer Produkte sowie die Lebensmittel- und Pharmaindustrie. Beliefert werden der Wartungsmarkt, Generalunternehmer und Anlagenbauer ebenso wie Systemhersteller, Wiederverkäufer und Exporteure.

Die Eriks Holding Deutschland GmbH, seit 1971 an der Brönninghauser Straße in Bielefeld-Heepen ansässig, hatte 2012 einen Anteil von 13 Prozent am Gruppenumsatz. 16 deutsche RegionalCenter bieten den Kunden einen Rundum-Service; sechs spezialisierte Fachunternehmen produzieren unter anderem hochpräzise Kunststoffteile für die Medizin, Spezialdichtungen für die Halbleiterindustrie, Sonderarmaturen für die Gasindustrie oder neue Antriebssysteme für Entsorgungsunternehmen. Deutschlandchef Hermann Maier, auch Mitglied des Konzernvorstands, beschreibt Eriks so: "Unsere Kunden sehen uns als Partner, der ihnen einerseits bei der Entwicklung und Herstellung innovativer, nachhaltiger Lösungen zur Seite steht und andererseits durch Lieferantenreduzierung, Prozessoptimierung und Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit zur Senkung der Kosten beiträgt."